Mein Zugang zu Freundschaft

Vor einigen Wochen war ich mit einer guten Freundin von mir, A., ein Wochenende in Köln. Da kam unter anderem das Thema der verschiedenen Zugänge zu Freundschaft zur Sprache und seither hab ich auch recht regelmäßig darüber nachgedacht. A. hat auch gemeint, dass ich eigentlich eine sehr interessante Struktur meines Freundeskreises habe, da ich einfach keine Freunde oder Freundinnen seit Kindheitstagen kenne, sondern viel mehr Menschen, mit denen ich mich gerne umgebe, einem steten Wandel unterziehe. Damit hat sie sicher Recht, denn wie bei Liebesbeziehungen glaube ich auch bei Freundschaften nicht an ein „für jetzt und bis in alle Ewigkeit“, sondern viel mehr an Lebensabschnitte.

FreundschaftDas ist für viele Leute nicht nachvollziehbar und ehrlich gesagt wurde es mir auch regelmäßig zum Vorwurf gemacht. Erst gestern war das wieder einmal der Fall und es hat mich erneut zum Nachdenken gebracht. Doch eigentlich ist mein Zugang ein ganz simpler: Ich umgebe mich gerne mit Menschen, die mir gut tun. Und es ist ganz egal, ob ich jemanden seit 15 Jahren oder 6 Monaten kenne, wenn ich zu dieser Person einen besonderen Draht habe, stehe ich gerne dazu, wieviel er oder sie mir bedeutet. Auch habe ich allerdings einen Mut zu Veränderungen… Daher ganz ehrlich, wenn mich jemand in meiner näheren Umgebung nur runterzieht, mir das Gefühl gibt, dass meine Entscheidungen falsch sind und an meinem Leben etwas auszusetzen hat, dann habe ich auch das Recht zu sagen, dass ich mich von dieser Person kurz-, mittel- oder langfristig distanziere. Das heißt jetzt nicht, dass ich einer kritischen Auseinandersetzung mit meiner Person entfliehen möchte, aber ich habe einfach begriffen, dass sich Freundschaften über die Zeit verändern. Und Veränderungen sind in Ordnung und können uns ganz viel Kraft geben.

Gerade eben hab ich mich auch mit meinem Papa darüber unterhalten, ob das Wort „FreundIn“ inflationär verwendet wird. Das kann durchaus sein… Für mich gilt auf jeden Fall, dass ich natürlich weiß, dass es in meinem Leben FreundInnen gibt und auch gute Bekannte. Zusätzlich gibt es noch ein paar ganz besondere Individuen, die ich gern als meine Lebensmenschen bezeichne. Das ist eine Handvoll, und auch hier sind Personen dabei, die ich seit 15 Jahren kenne oder kürzer, die ich regelmäßig sehe oder auch nur alle heiligen Zeiten, aber es sich dann immer anfühlt als wäre das letzte Mal erst gestern gewesen.

Mir ist durchaus klar, dass viele Menschen einen anderen Zugang zu Freundschaften haben, aber für mich ist mein Umgang mit anderen Menschen in meinem Leben meiner Einstellung zu vielen Dingen entsprechend. Das muss man nicht immer nachvollziehen oder verstehen können, aber Akzeptanz und Toleranz erwarte ich mir. Denn die bringe ich anderen ebenso entgegen…

Ein Gedanke zu “Mein Zugang zu Freundschaft

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