Guggenheim. Full Abstraction

Gestern habe ich erneut eine Ausstellung besucht – „Guggenheim. Full Abstraction“ im ING Art Center in Brüssel. Und ich war begeistert… Zwei der weltweit besten Museen sind für mich ohnehin das Guggenheim Museum in New York basierend auf der Sammlung von Solomon R. Guggenheim und die Peggy Guggenheim Collection im Palazzo Venier dei Leoni in Venedig. Wenn nun also eine Ausstellung abstrakte Meisterwerke zweier großartiger Kollektionen vereint, ist das eigentlich schon ein Garant für Qualität. Und ich wurde definitiv nicht enttäuscht!

guggenheim-full-abstractionDie Ausstellung fokussiert auf die abstrakte Kunstszene zwischen 1940 und 1960 auf beiden Seiten des Atlantiks. Diese Strömung ist vor allem deswegen so faszinierend, weil sie stark die Erfahrung des zweiten Weltkriegs aufgreift und in einem Moment des beginnenden Kalten Kriegs die KünstlerInnen vor allem eines verlangen – absolute Meinungs- und Gedankenfreiheit. Diese manifestiert sich in den Werken zahlreicher surrealistischer MeisterInnen der Abstraktion – was mich an dieser Kunst so fasziniert ist die Freiheit, die sie auch den BesucherInnen von entsprechenden Ausstellungen lässt, denn die Interpretationshoheit der Bilder ist vielfältig und obliegt komplett der eigenen Gedankenwelt.

Und so ließ auch ich mich gestern von großartigen Werken von Max Ernst, Jackson Pollock, Willem de Kooning, Jean Dubuffet und Emilio Vedova in den Bann ziehen und habe es sehr genossen. Das Bild eines Künstlers, den ich ehrlich gesagt davor gar nicht kannte, hat mich hier besonders gefesselt – Vita Segreta von Giuseppe Santomaso, das der gebürtige Italiener 1958 gemalt hat. Santomaso war einerseits von seiner Heimatstadt Venedig sehr inspiriert, andererseits aber auch von seiner Wahrnehmung einer Spannung zwischen Kunst und Natur. Auf jeden Falll ein sehr faszinierender Künstler, von dem ich gerne mehr sehen möchte…

Am Ende der Ausstellung wurde übrigens auch ein Film über das Leben von Peggy Guggenheim gezeigt – eine Frau, die mich eigentlich fasziniert, seit ich vor ein paar Jahren ihre Sammlung im Palazzo Venier dei Leoni in Venedig besucht habe. Sie lebte stets ein Leben nach ihren eigenen Regeln, missachtete viele Konventionen und galt als Rebellin. Ihre Biografie habe ich schon vor Jahren gelesen, demnächst vermutlich ein zweites Mal und dann werde ich euch vielleicht anschließend an dieser Stelle einen Einblick geben, warum mich diese Frau so fasziniert. Bis dahin kann ich euch allen, die bis Mitte Februar 2017 in Brüssel sein werden, den Besuch der Ausstellung „Guggenheim. Full Abstraction“ wärmstens empfehlen!

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