Ein bisschen mehr Friede…

Wir alle wissen, wie stressig die Vorweihnachtszeit sein kann. Hier gibt es noch etwas zu besorgen, dort gibt es Leute, die man noch unbedingt treffen möchte. Doch all dieser Stress rückt plötzlich in den Hintergrund, wenn man so wie gestern Abend plötzlich erfährt, dass im Zuge einer terroristisch motivierten LKW-Todesfahrt in den Weihnachtsmarkt vor der Berliner Gedächtniskirche 12 Menschen getötet und mindestens 48 verletzt wurden. Auch das waren Menschen, die eine stressige Vorweihnachtszeit verbrachten und vielleicht gerade wegen letzter Besorgungen und unbedingt notwendiger Treffen auf dem Weihnachtsmarkt waren…

one-dayEin Anschlag in Berlin war vermutlich für viele Menschen nur eine Frage der Zeit und wir alle wissen, dass nicht nur hier Menschen für falsche Ideologien sterben mussten, sondern das auch erst vor weniger als zwei Wochen in Istanbul erneut geschehen ist und ohnehin jeden Tag in Aleppo und anderen Kriegsgebieten passiert. Trotzdem hat mich der Vorfall in Berlin noch einmal auf ganz andere Art und Weise erschüttert, weil es genauso in Brüssel oder Wien geschehen und jede/r von uns betroffen sein kann. Gerade die Vorweihnachtszeit sollte doch eigentlich besinnlich sein, doch Krieg und Angst dominiert die Gesellschaft in der wir leben. Aber ich möchte nicht öffentliche Plätze meiden müssen aus Angst vor Terroranschlägen. Ich möchte nicht, dass ich emotional so abgestumpft bin und erneute Todesmeldungen so alltäglich wie einen Wetterbericht aufnehme. Ich möchte mich nicht fragen müssen, wo das nächste Mal etwas passiert. Warum muss denn überhaupt etwas passieren?

Als ich 2004 das erste Mal in Berlin war, habe ich dort unter anderem das Anti-Kriegs-Museum besucht. Es ist das weltweit erste Museum gegen den Krieg und wurde vom anarchistisch-pazifistischen Kriegsgegner Ernst Friedrich 1923 gegründet. In einer Dauerausstellung werden die Schrecken der vergangenen Weltkriege, pazifistische Aktionen und die aktuelle Kriegssituation in der Welt dokumentiert. Speziell die Darstellung der aktuellen Kriegssituation in dieser Welt hat schon damals einen nachhaltigen Eindruck bei mir hinterlassen. Damals gab es über 30 Kriegsschauplätze und nur 2 haben es in die mediale Berichterstattung in Österreich geschafft. Und diese Situation hat sich bis heute nicht verändert. Tag für Tag sterben Menschen überall auf der Welt und auch ich tendiere dazu, dass mir terroristische Anschläge in Städten, zu denen ich einen Bezug habe, mehr den Atem rauben, aber das heißt nicht, dass mir die Toten andererorts egal sind. In meiner Vorstellung einer idealen Gesellschaft müsste niemand sterben oder töten um damit ein ideologischen Statement zu setzen. Ein bisschen mehr Friede würde dieser Welt sehr gut tun – nicht nur in der Vorweihnachtszeit…

Abschließend zu meinen Gedanken möchte ich an dieser Stelle Angela Merkel in ihrem heutigen Statement zu dem gestrigen Attentat zitieren: „Wir wollen nicht damit leben, dass uns die Angst vor dem Bösen lähmt, auch wenn das in diesen Stunden schwer fällt. Wir werden die Kraft finden für das Leben, wie wir es leben wollen: frei, miteinander und offen.“

Meine Gedanken sind in Berlin, aber auch in der Türkei, in Syrien und überall sonst, wo Menschen aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen Opfer terroristischer Anschläge sind…

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