Faszination London

Mittlerweile ist es tatsächlich schon wieder 2,5 Wochen her seit ich mir ein verlängertes Wochenende in der britischen Hauptstadt gegönnt habe. Seither habe ich zahlreiche Versuche unternommen um eine entsprechende Travelstory zu schreiben und bin jedes Mal daran gescheitert. London ist in dieser Form für mich einfach nicht in Worte zu fassen, ich schwanke zwischen inhaltlicher Überwältigung und dem Gefühl einfach nichts zu sagen zu haben und daher möchte ich hier einfach ein paar Gedanken zu der Faszination jener Stadt niederschreiben, der sich wohl kein/e London-BesucherIn entziehen kann…

London1London gilt als größte, aufregendste und auch als teuerste Stadt Westeuropas. Die englische Hauptstadt ist quirlig und modern. Mehr als die Hälfte der über acht Millionen BewohnerInnen sind jünger als 35, mehr als 200 Ausstellungen werden hier jede Woche eröffnet. Außerdem sind Tradition und Geschichte allgegenwärtig: Im historischen Zentrum reiht sich eine Sehenswürdigkeit an die nächste. Traditionen wie die Schlüsselzeremonie im Tower überdauern die rasanten Veränderungen, denen die Stadt ausgesetzt ist.

Viele dieser rasanten Veränderungen sind auch der Internationalität der Stadt geschuldet: In London leben Menschen aus mehr als 160 Nationen zusammen und nebeneinander. In den Straßen der „Multikulti-Hauptstadt“ kann man mehr als 300 verschiedene Dialekte und Sprachen hören. Diese Vielfalt macht sich auch im Stadtbild bemerkbar. Fährt man nur ein paar Stationen mit der U-Bahn, so fühlt man sich wie auf einem anderen Kontinent. Das britische Empire ist vergangen, doch es hat mit London ein attraktives Erbe hinterlassen.

Ganz ohne Kulturprogramm geht es bei mir – gerade in einer Stadt wie London – natürlich auch nicht, und so standen zumindest ein Musical und eine Ausstellung am Programm. Und beides hab ich nicht bereut!

Weltbekannt ist London für seine Musicals, aber auch Theater. Die meisten liegen im Westend, oft nur einen Steinwurf voneinander entfernt. Manche laufen seit vielen Jahren mit großem Erfolg, manche kommen neu raus. Theatermäßig besuchte ich „Beautiful: The Carole King Musical“ im Aldwych Theatre, das von der Biografie der US-amerikanischen Sängerin, Songwriterin und Pianistin erzählt. An dieser Stelle muss ich wohl gestehen, dass ich mit Carole King bisher wenig zu tun hatte, ich wusste gerade einmal, dass der Song „You’ve got a friend“ von ihr ist. Aber das Musical hat mich tatsächlich sehr berührt und ich kann es jedem/jeder von euch ans Herz legen.

Am Tag darauf konnte ich mir dann auch noch die bildende Kunst in Form der Robert Rauschenberg-Ausstellung im Tate Modern nicht entgehen lassen. Es war tatsächlich die erste große Retrospektive des Künstlers seit seinem Tod im Jahr 2008 und zeigt die vielschichtigen Zugänge, die Rauschenebrg zur Kunst hatte, die gleichzeitig auch verstehen lassen, warum er als einer der Wegbereiter der Pop Art im 20. Jahrhundert gilt. Ich war begeistert! Doch auch das Tate Modern an sich finde ich bereits sehr fesselnd und bin immer wieder gerne dort. Immerhin ist es eines der weltweit größten Museen für moderne Kunst und zeitgenössische Kunst und hat seinen Sitz in einem umgebauten Kraftwerk, der früheren Bankside Power Station, am Themseufer.

Fakt ist, ich bin der festen Überzeugung, dass London eine Faszination ausübt, die sich nicht in Worte fassen lässt. Ich mag die Stadt tatsächlich sehr, auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob ich dort auch leben würde wollen. Diese Fragestellung ist vermutlich bei einigen von uns auch durch die noch unbestimmten Folgen geprägt, wie es nach der Brexit-Entscheidung für die britische Hauptstadt weitergehen wird. Über ein halbes Jahr ist es her, dass die BritInnen mit knapper Mehrheit für den Austritt aus der EU gestimmt haben – und noch immer können es in London viele nicht fassen. Europas größte Stadt, in der rund 8,6 Millionen Menschen leben, hat den Brexit nicht gewollt. Sechs von zehn WählerInnen waren hier dagegen. Was der Brexit nun tatsächlich für Folgen haben wird, steht in den Sternen, daher: Fahrt oder fliegt in die Stadt, solange sie noch zur EU gehört!

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