1 Jahr Brüssel – ein Fazit

Heute vor einem Jahr hatte ich vermutlich keine Ahnung, wie ich meine Gedanken irgendwie ordnen sollte. Am 24. März 2016 stieg ich ins Flugzeug nach Düsseldorf (da ich zwei Tage nach den Anschlägen nach Brüssel gezogen bin, gab es kurzfristig keinen Flugverkehr in die belgische Hauptstadt), nahm anschließend den Bus in mein neues Zuhause und kam schlussendlich an. Im wahrsten Sinn des Wortes… Heute vor einem Jahr bin ich nach Brüssel gezogen. Heute vor einem Jahr hab ich die bisher größte Veränderung meines Lebens gewagt. Heute vor einem Jahr hab ich einen nicht gerade kleinen Schritt gesetzt und bin mir seither viel näher gekommen.

Ein Jahr später sitze ich nun hier und reflektiere meine letzten 12 Monate und kann euch sagen: Ich bin glücklich. Vor einem Jahr habe ich mit einem sehr schönen Zitat von Anatole France aus Wien verabschiedet: „Alle Veränderungen, sogar die meistersehnten, haben ihre Melancholie. Denn was wir hinter uns lassen, ist ein Teil unserer selbst. Wir müssen einem Leben Lebewohl sagen, bevor wir in ein neues eintreten können.“ Das habe ich getan. Versteht mich bitte nicht falsch, ich war auch in Wien sehr glücklich. Es gab (und gibt) in meiner österreichischen Heimat viele unglaublich großartige Menschen, die mich zu der Person gemacht haben, die ich heute bin. Dafür werde ich ihnen ewig dankbar sein. Aber mein Wunsch war es schon sehr früh mehr zu sehen und mich auf Abenteuer einzulassen. Vor einem Jahr habe ich das definitiv getan und seither nicht bereut. Natürlich vermisse ich Wien ab und zu, mir fehlen meine FreundInnen und regelmäßig würde ich sehr viel dafür geben, nach der Arbeit gewisse Menschen einfach auf ein Glas Wein zu treffen. Mein Leben hat sich verändert, aber ich würde mich auch in dem Wissen 12 Monate später jederzeit wieder für diesen Schritt entscheiden.

Durch mein erstes Jahr in Brüssel habe ich sehr viel über mich gelernt, ich bin Menschen, die mir früher schon wichtig waren, wieder näher gekommen (und weiß es auch über die Maßen zu schätzen, dass ich bereits ein soziales Netz in der belgischen Hauptstadt hatte auf das ich aufbauen konnte) und bin vor allem ausgeglichener geworden als lange zuvor. Zusätzlich habe ich das große Glück einen Job zu haben, der mir sehr viel Spaß macht, durch den ich eine Menge über meine Stärken erfahren habe und den ich wirklich gerne mache.

Wenn ich also ein Fazit über mein erstes Jahr in Belgien schreiben muss, lautet es definitiv: Ich bereue nichts. Ich bin Ich und mein Umzug nach Brüssel hat mir sehr geholfen diese Identität zu definieren. Heute vor einem Jahr habe ich das bisher größte Abenteuer gewagt und es hat mich sehr glücklich gemacht. Daher möchte ich diesen Moment auch nutzen um einfach einmal DANKE zu sagen. Danke an meine Familie, die mich von Anfang an kompromisslos unterstützt hat und die verstanden hat, dass ich diesen Schritt einfach setzen muss. Danke an meine FreundInnen in Österreich, die mich trotzdem nie abgeschrieben haben und vielleicht noch eine gefestigtere Rolle in meinem Leben bekommen haben, weil sie mir wirklich gezeigt haben, auf wen ich setzen kann. Danke an meine großartigen Menschen in Brüssel, die mich aufgenommen haben ohne es zu hinterfragen und mir von Anfang an das Gefühl gegeben haben hier in meinem neuen Zuhause willkommen zu sein. Danke an alle für ein tolles Jahr, ich habe es sehr genossen und freue mich auf alles, was noch kommen mag!

2 Gedanken zu “1 Jahr Brüssel – ein Fazit

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