Meine erste Kreuzfahrt-Erfahrung

Letzten Monat habe ich meine erste Kreuzfahrt mit der Ovation of the Seas von Royal Caribbean von Singapur nach Penang in Malaysien und wieder retour gemacht und von dieser Reise-Erfahrung will ich heute berichten. Mit dem Begriff Kreuzfahrt habe ich lange das Traumschiff verbunden. Und entsprechend dem Feedback vieler FreundInnen von mir als ich ihnen erzählt habe, dass ich das in diesem Jahr vorhabe, geht es wohl nicht nur mir so. Dass die Realität anders aussieht, könnt ihr euch vermutlich vorstellen. Heute möchte ich mit euch meine Eindrücke teilen.

Ovation of the Seas © Royal Caribbean

Erst einmal das Positive vorweg: Ich bin wirklich froh, dass ich diese Erfahrung gemacht habe. Kreuzfahrten sind, vor allem seit sie durch Hofer-Angebote, die vergleichsweise günstigen Reisen mit AIDA und den massiven Preiskampf unter den Reedereien auch was außereuropäische Touren betrifft, für eine breite Schicht leistbar geworden sind und somit eine populäre Form des Urlaubs, der ich mich nicht verschließen wollte, auch wenn ich vom Reisetyp her eigentlich ganz anders bin.

Und das Angebot an Bord ist wirklich unglaublich. Ich habe hier versucht, so viel wie möglich mitzunehmen, von sportlichen Aktivitäten bis hin zu Workshops aller Art (Origami beispielsweise). Außerdem ist die Essensauswahl großartig, so kam es auch, dass ich meistens (bis auf den ersten Abend eigentlich) nur in Spezialitäten-Restaurants gegessen habe, was wirklich durch die Bank tolle kulinarische Erfahrungen waren. Das Reisen an sich ist auch sehr bequem: Alles ist organisiert, man muss sich um nichts kümmern. Gleich wenn man aufs Schiff kommt, gibt man seinen Reisepass ab, bekommt die Cruise Guest Card und rechnet anschließend die entstandenen Kosten bequem mit seiner Kreditkarte ab.

Hinzu kommt, dass ich aufgrund der Tatsache, dass eine gute Freundin von mir an höherer Position auf diesem Schiff arbeitet, sehr viele Einblicke (inkl. einer privaten Führung auf der Brücke) sammeln konnte, die gewöhnliche Reisende nie machen. Auch habe ich mich sicher antizyklisch verhalten um den Menschenmassen zu entgehen, sei es durch Abendessen nicht im regulären Buffet-Restaurant oder durch meinen Morgenkaffee im Außenbereich des fünften Decks und nicht in den großen Outdoor-Bereichen der Restaurant-Möglichkeiten.

Nichtsdestotrotz ist einem natürlich immer bewusst, wie viele Menschen an Bord sind, und auch wenn das Schiff riesig ist, verschwinden diese Menschenmengen nie ganz. Daher war für mich auch von Anfang an klar, dass ich in Penang das Schiff nicht mit einer geführten Tour verlassen werde, sondern auf eigene Faust durch die malaysische Stadt ziehe. Aber vor allem finde ich Reisen auf dem Schiff eine sehr distanzierte Art des Reisens: Man isst an Bord internationales Essen, bekommt aber nichts von der Landesküche mit. Man kann an Bord internationale Filme und Theateraufführungen sehen, aber nichts von lokalen KünstlerInnen. Man hört Mainstream-Musik, aber nie etwas Landestypisches. Man spricht mit den anderen TouristInnen, aber nie mit Einheimischen. Im schlimmsten Fall bewegt man sich mit einem Reiseführer durch den Ort, und versucht nicht einmal Land und Leute selbst zu erkunden. Das bringt der Wirtschaft eines Landes nicht viel: Restaurants, Cafés und Hotels dürften wenig von KreuzfahrttouristInnen profitieren.

Habe ich also vor demnächst wieder eine Kreuzfahrt zu machen? Vermutlich eher nicht, aber ich verstehe auch, warum diese Art des Urlaubs so populär ist. Vor allem die Organisation der Reise, die man komplett aus der Hand gibt, aber dennoch viel Neues entdecken kann, spricht viele gestresste Menschen heutzutage an. Und zumindest kann ich jetzt auch mitreden. Aber wie gesagt, ich war auch nie ein durchschnittlicher Kreuzfahrts-Passagier, allein schon weil ich ganz viele Leute der Crew, ihre Geschichten und ihre Aufgaben kennenlernen durfte. Und für diese Erfahrung bin ich dankbar!

 

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