Haare als Ausdruck von Veränderung

Um es gleich einmal vorweg zu nehmen: Ja, das klingt jetzt vielleicht nach einem Beitrag, der auch einem jugendlichen Girlie-Magazin entsprungen sein könnte. Ist es aber nicht. Viel mehr ist es ein für mich wesentlicher Beitrag zur Selbstreflexion. Ich war noch nie ein Mensch, der Angst vor Veränderungen hatte. Ganz im Gegenteil, in regelmäßigen Abständen sehne ich mich sehr danach. Das kam wohl auch am besten mit meiner kompletten Lebensveränderung im letzten Jahr zum Ausdruck.

Aber tatsächlich waren meine Haare immer schon ein Ventil für mein Veränderungsbedürfnis. Ich glaube, ich habe mit 13 Jahren angefangen meinen Typ in regelmäßigen Abständen zu variieren. Auf lange kastanienbraune Haare folgte ein Kurzhaarschnitt mit Rotstich, während ich noch mit blonden Locken maturiert habe, begann ich mein Studium mit dunkelbraunen Haaren und Pony. Lustigerweise hatte ich zu Beginn des letzten Jahres gar nicht daran gedacht auch mein Äußeres zu verändern. Eine große Trennung im meinem Privatleben, ein Job- und Ortswechsel sowie eine neue Tätowierung schienen mir zu Beginn genug des Guten zu sein. Aber ich wäre nicht ich gewesen, wenn ich nicht auch kurz vor meinem Umzug nach Brüssel zu meiner Friseurin gegangen wäre um auch äußerlich ein Statement zu setzen. Nach vielen Jahren bin ich wieder erblondet und es fühlte sich unheimlich gut an meinen neuen Lebenswandel auch optisch zu unterstreichen.

Das Ende einer Liebe ist wohl mit Abstand der Klassiker unter den Motivationen zu einer neuen Frisur. Besonders Frauen neigen dazu, sich nach einer Trennung die Haare schneiden oder färben zu lassen. Oft geht damit eine komplette Typveränderung einher. Vielen Frauen ist es wichtig, einen Neubeginn zu kommunizieren. Zum einen für sich selbst – sie wollen optisch nicht mehr die sein, die sich gerade getrennt hat -, zum anderen aber auch als Sichtbarmachen des eigenen (neuen) Lebens-Statements. Doch nicht immer sind es derart einschneidende Erlebnisse, die eine Frau zum Friseur treiben. Auch kleinere Auslöser können dazu führen, dass man ein neues Gesicht auf dem Kopf haben möchte.

Ab und zu ist dieses klassische Bedürfnis nach Veränderung einfach da und ich gebe zu, dass ich schon seit vielen Jahre ein Mensch bin, der diesem Drang auch sehr spontan nachgibt. Und ja, es kribbelt gerade wieder… 🙂 Am Samstag habe ich einen ohnehin schon lange ausgemachten Termin bei meiner Friseurin und ich habe das Gefühl, dass es nicht beim Ansatz-Nachfärben und Spitzen schneiden bleiben wird. Warum? Vielleicht einfach, weil ich denke, dass ich gerade in einer neuen Phase meines Lebens angekommen bin. Wie lang diese dauert, kann ich aktuell noch nicht sagen – vielleicht ist bereits in zwei Monaten wieder Zeit für etwas Neues. Aber aktuell bin ich einfach nicht mehr diejenige, die vor 16 Monaten den Sprung ins kalte Wasser gewagt hat und nach Brüssel gezogen ist. Ich bin angekommen, ich bin glücklich und das ist doch eine großartige Motivation um eine neue Phase auch optisch zu unterstreichen, meint ihr nicht?

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