Wandern in Osttirol

Ihr habt ja vermutlich mitbekommen, dass ich die längste Zeit meines Urlaubs in Osttirol verbracht habe. Nicht nur, dass ich mich vom ersten Moment an in diese österreichische Region aus den unterschiedlichsten Gründen verliebt habe, auch bin ich der Meinung, dass mehr natürliche Authentizität schwer irgendwo anders zu finden ist. Und so war ich natürlich auch viel in der Natur unterwegs. Drei meiner schönsten Wanderungen möchte ich euch an dieser Stelle etwas näher beschreiben um dadurch vielleicht meine Zuneigung zu Osttirol begreifbar zu machen.

Bereits einen Tag nach meiner Ankunft in Matrei in Osttirol begleitete ich eine geführte Wanderung des Nationalparks Hohe Tauern mit dem Titel „Ins Ewige Eis“. Diese Tour wird während der Sommermonate jeden Mittwoch von einem Nationalparkranger angeboten und führt auch “ganz normale“ Wanderbegeisterte sehr nah an die Gletscher heran – in eine Welt, die sonst nur BergsteigerInnen erleben. Das Tolle an diesen geführten Wanderungen ist, dass man so viel an Wissen mitnehmen kann – wie weit der Gletscher wann hinunter ging, wie sich ein Gletscherbach im Laufe eines Tages verändert, alles über die letzten Eiszeiten und wie sie die Landschaft in den Hohen Tauern und anderswo veränderten. Vorbei am sogenannten „Auge Gottes“ nähert man sich dem Gletscher, dem Schlatenkees um genau zu sein, und erlebt eine sich verändernde Landschaft, denn es wird immer weniger grün, dafür viel karger. Über Moränen und geschliffene Felsbrocken kam ich dem Gletscher schließlich näher als je zuvor und konnte mich an dem Anblick kaum sattsehen. Aber auch wer nicht soweit hoch möchte, dass Gschlößtal, in dessen Talschluss der Gletscherweg startet, ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Aber wie gesagt, Touren mit den nahezu allwissenden Rangern des Nationalparks Hohe Tauern sind sehr empfehlenswert!

Zweimal zog es mich außerdem in Summe zu den Umbalfällen, die Wasserfälle des Oberlaufs der Isel, die auch gleichzeitig der erste Wasserschaupfad Europas sind. Einmal bin ich tatsächlich nur diesen sogenannten Natur-Kraft-Weg gegangen, der mich Zeugin eines rauschenden Naturschauspiels werden ließ. Der Rundgang führt zu sieben Stationen, an denen nicht nur interessante Infotafeln, sondern auch großartig angelegte Aussichtsplattformen – mal hoch über der Schlucht, mal ganz nah am Wasser – auf einen warten. Das andere Mal hatte ich von dieser Tour noch nicht genug und bin das Umbaltal weiter bis zur Clarahütte gewandert. Ein Bergpfad führt durch das malerische Hochgebirgstal und schließlich erreicht man die bereits 1872 erbaute Clarahütte (somit eine der ältesten Alpenvereins-Schutzhütten und Hirtenunterkünfte im Venedigergebiet), die auf knapp über 2.000m liegt. Wirklich eine schöne Tour!

An meinem letzten Tag in Osttirol ging es für mich erst einmal mit der Goldried-Bergbahn hinauf um anschließend über den Europa-Panoramaweg zum Kals-Matreier-Törl auf knapp über 2.200m zu wandern. Da hatte ich aber eindeutig noch nicht genug von der traumhaften Kulisse all der Dreitausender rund um mich herum, weswegen ich beschloss meinen Weg zurück nach Matrei zu Fuß über den Bärensteig und die Kuenzer Alm ins Tal fortzusetzen. Auch wenn Bergab-Wandern sicher kniebelastender ist, ist der Weg eine absolute Empfehlung. Vor allem den ersten Teil geht man vorwiegend durch die Wälder (und glaubt mir, ich wusste die Schattenspender zu schätzen!) und die Aussicht auf Matrei gegen Ende ist einfach en Erlebnis!

Sollte es vorher noch nicht so gewesen sein, spätestens nach meiner Wanderwoche in Osttirol habe ich mich eindeutig in diese einmalige Region in Österreich verliebt und das wurde eigentlich nur getoppt von sieben Nächten in einem der für mich besten Hotels überhaupt – dem Hotel Outside!

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