Travelstory: Israel

Nun ist es schon wieder über eine Woche her seit ich aus Israel retour bin, ich habe die sommerlichen Temperaturen des Nahen Ostens eindeutig hinter mir gelassen und der belgische Winterbeginn hat mich mit seinem nasskalten Wetter wieder. Höchste Zeit also um in warmen Erinnerungen zu schwelgen und euch an meinem letzten Urlaub mit meiner Travelstory zu Israel teilhaben zu lassen…

Meine Reise hab ich mit insgesamt vier Tagen in Tel Aviv begonnen. Diese waren zwar nicht am Stück, sondern durch eine dreitägige Tour nach Jordanien unterbrochen (wovon ich euch in den nächsten Tagen in einer eigenen Travelstory berichten werde), aber dennoch hatte ich auf jeden Fall genügend Zeit um in die Stadt einzutauchen und mir meine Meinung zu bilden. Tel Aviv ist mit Sicherheit eine pulsierende Stadt, aber ganz ehrlich: So ganz verstehe ich den Hype nicht. Ja, es ist modern und jung, aber da ich mir von meinen Reisen mehr erwarte als nur Party-Locations und nette Strände, war ich tatsächlich etwas enttäuscht. Versteht mich nicht falsch, die Skyline der Stadt direkt am Mittelmeer ist auf jeden Fall wunderschön und ich bin auch der Meinung, dass man einmal in Tel Aviv gewesen sein muss, aber das wars dann auch schon so ziemlich. Für mich ist die Stadt einfach an allen Ecken und Enden unfertig, überall herrscht Baustelle (sogar am Strand) und die Architektur, auf die alle so stolz sind, hat mich wenig beeindruckt. Gut, ich bin auch Wienerin und lebe in Brüssel, da liegt die Messlatte schon einmal sehr hoch. Fakt ist, dass ich mich Tel Aviv auf jeden Fall von Beginn weg einfach nicht verbunden gefühlt habe. Das ist jetzt aber auch nichts per se Schlechtes – es gibt einfach Städte, in die man sich auf den ersten Blick verliebt und dann aber auch Städte, bei denen man instinktiv spürt, dass man sie nie lieben wird. Tel Aviv fällt für mich in die zweite Kategorie, wobei ich hier auch sagen muss, dass ich zumindest die Altstadt von Jaffa sehr schön fand und das Tel Aviv Museum of Art wirklich gute Ausstellungen kuratiert um in die israelische Kunstszene einzutauchen.

„Herausgerissen“ hat Israel als Urlaubsdestination aber auf jeden Fall meine Zeit in Jerusalem. Diese Stadt war mir von Anfang an sympathisch, sie symbolisiert für mich Geschichte über Tausende von Jahren und ist auch heute noch ein Schmelztiegel der verschiedensten Religionen und Kulturen. Dass das nicht immer reibungslos funktioniert, ist klar und zeigt sich auch an dem Sechstagekrieg zwischen Israel und Jordanien im Jahr 1967, aber die Stadt selbst erweckt nicht den Eindruck eines unsicheren Gebietes. Viel mehr spürt man an jedem Eck die Bedeutung der Territoriums für die abrahamitischen Weltreligionen und das ist ausgesprochen inspirierend. Ich selbst bin kein sonderlich religiöser Mensch, aber dennoch bin ich der Meinung, dass einem Jerusalem für sich selbst sehr viel mitgeben kann. Die Altstadt ist zwar nur etwa einen Quadratkilometer groß, aber dennoch konzentrieren sich hier sämtliche Heiligtümer und Sehenswürdigkeiten der Stadt: Klagemauer, Grabeskirche, Via Dolorosa (wo sich auch das Österreichische Hospiz mit einer Dachterrasse mit großartiger Aussicht befindet), Tempelberg, Jaffa Tor und viele mehr. Zusätzlich bietet das Museum im Tower of David einen sehr lehrreichen Überblick über die Geschichte der Stadt.

Des Weiteren besticht Jerusalem tatsächlich durch seine Lage, da großartige Tagesausflüge von der Stadt aus möglich sind. In beiden Städten, sowohl in Tel Aviv als auch in Jerusalem, habe ich im Abraham Hostel geschlafen, die auch einen eigenen Touroperator, Abraham Tours, haben. Hier habe ich einen Tag lang einen organisierten Trip in die Wüste von Judäa unternommen, der mir viel historisches Wissen zu dem Krieg zwischen Israel und Jordanien und seine heute noch spürbaren Auswirkungen im Zuge der A-, B- und C-Zonen und den palästinensischen Autonomiegebieten vermittelt hat. An einem anderen Tag habe ich mir zusammen mit zwei anderen Mädels, die ich im Zuge meines Trips nach Jordanien kennengelernt habe, ein Mietauto genommen und wir haben unseren Tag sehr früh im Nationalpark Masada mit einer Sonnenaufgangswanderung begonnen. Um fünf Uhr beginnend lohnt sich der Aufstieg auf jeden Fall – und sei es nur für den Blick von diesem UNESCO-Weltkulturerbe aus auf die aufgehende Sonne über dem Toten Meer. Anschließend fuhren wir weiter zum En Gedi Naturreservat, das eine wasserreiche Oase im nördlichen Teil der israelischen Wüste Negev umfasst. Glaubt mir, Wasserfälle sind tatsächlich das Letzte, womit man in der Wüste rechnet! Und natürlich ließen wir es uns nicht nehmen den Nachmittag am Toten Meer zu verbringen. Mein persönliches Fazit, das ich euch von diesem Badeerlebnis mitgeben möchte: 1. Ja, man treibt wirklich oben! 2. Salzwasser aus dem Toten Meer ins Auge zu bekommen ist nicht lustig. Und 3. Menschen lassen sich automatisch treiben, da es aufgrund der Schlammlöcher einerseits und der kristallinen Salzsteine andererseits wirklich nicht einfach ist in das Wasser hineinzugehen.

Alles in allem war die Reise nach Israel auf jeden Fall eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte. Das Land übt eine Faszination aus und ist sicher einen Besuch wert. Mein persönlicher Rat ist allerdings: Verzichtet weitestgehend auf Tel Aviv – Jerusalem hat einfach viel mehr zu bieten…

Ein Gedanke zu “Travelstory: Israel

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