2 Jahre Brüssel – ein Rückblick

Wir wissen alle, wie schnell die Zeit oft vergeht. Wenn ich heute in meiner Wohnung in Brüssel sitze und mir überlege, dass es nun tatsächlich zwei Jahre her ist seit ich in die belgische Hauptstadt gezogen bin, wird mir das umso deutlicher bewusst. So vieles ist in den letzten 24 Monaten passiert und kaum eine Erfahrung, die ich in dieser Zeit gemacht habe, möchte ich missen. Ich habe unglaublich viel über mich gelernt, habe neue Stärken und Interessen an mir entdeckt und die letzten zwei Jahre vor allem sehr intensiv gelebt. Und trotzdem kommt es mir wie vorgestern vor, als mich meine Eltern zum Wiener Flughafen gebracht haben um mich in ein neues Kapitel meines Lebens zu verabschieden.

Brüssel ist in den letzten zwei Jahren mein Zuhause geworden und nichtsdestotrotz bin ich meinen österreichischen Wurzeln und auch meiner Heimatstadt Wien nach wie vor sehr verbunden. Als ich am 24. März 2016 nach Belgien aufgebrochen bin, war ich in einer Phase der totalen Veränderung. Ich wusste, dass ich gehen muss um mein eigenes Glück zu finden und jede/r, der/die mich kennt, weiß, dass ich in den letzten zwei Jahren wirklich alles dran gesetzt habe um anzukommen. Nicht nur in Brüssel, sondern auch in mir selbst… Man kann also sicher sagen, dass ich in einer emotionalen Ausnahmesituation war als ich Wien verlassen habe. Jetzt, zwei Jahre später, habe ich wieder eine solche Situation erreicht – und das war von meiner Seite so sicher nicht geplant. Eigentlich war es mein Jahresvorhaben für 2018, dass ich ein wenig zur Ruhe kommen möchte. Kurz nach dem Jahresbeginn haben dann meine beiden engsten KollegInnen gekündigt und mich nicht nur mit zusätzlichen Aufgaben, sondern vor allem auch mit der Fragestellung zurückgelassen, wie es nun für mich weitergehen soll und wo ich mich eigentlich in Zukunft sehe. Große Fragen, viele Überlegungen… Und um es auf den Punkt zu bringen: Ich habe keine Ahnung, wie mein Leben in einem Jahr aussehen wird! Aber ich weiß, was mir wichtig ist – es sind all jene Dinge, nach denen ich in den letzten Jahren intensiv strebte: Ausgeglichenheit, Zufriedenheit, Herausforderungen, Glück und vor allem die Gelassenheit des Wissens, dass man sein Leben nicht planen muss um es leben zu können.

Auch privat habe ich mir aufgrund der letzten Veränderungen einiges an Gedanken gemacht und für mich Entscheidungen getroffen, die mir nicht immer leicht fallen. Aber es wäre auch schade, wenn es unkompliziert wäre etwas aufzugeben, denn das würde uns zeigen, dass wir uns mit etwas zufrieden gegeben haben, dass uns nichts bedeutet.

Wenn ich jetzt also, zwei Jahre nach der größten Veränderung meines Lebens, in meiner Wohnung in Brüssel sitze und diese Zeilen schreibe, bin ich vor allem auf folgende Erkenntnisse stolz, die mich meine bisherige Zeit in Belgien realisieren hat lassen:

  • Glück ist nichts, das einem zufällt. Aber es sind die Chancen unser Leben glücklicher zu gestalten, die sich oft spontan auftun und es liegt an uns allein sie zu ergreifen. „Was wäre wenn“ ist nichts, das ich mch fragen möchte, denn es sind meine eigenen Träume, Wünsche und Hoffnungen, die mein Leben steuern.
  • FreundInnen geben uns Kraft und Halt, egal wo wir sind und wie lange wir sie schon kennen. Ich bin einigen Menschen in Österreich unheimlich dankbar dafür, dass sie mich nie aufgegeben haben als ich mich für einen Neuanfang entschieden habe. Auch jetzt komme ich nach wie vor sehr gerne zurück nach Wien, nach Österreich und freue mich mit diesen FreundInnen persönlich Zeit zu verbringen. Genauso froh bin ich aber auch, dass ich solche Menschen auch in meinem neuen Zuhause gefunden habe. Nach zwei Jahren in Brüssel habe ich mir auch hier ein soziales Netz aufgebaut, auf das ich mich verlassen kann.
  • Das Leben in einer anderen Sprache ist eine Bereicherung. Als ich vor zwei Jahren nach Belgien kam, hatte ich Basiskenntnisse im Niederländisch. Mittlerweile funktioniert es problemlos Konversationen sowohl schriftlich als auch mündlich in dieser Sprache zu meistern und ich bin auch sehr stolz darauf, dass mir immer wieder gesagt wird, dass ich das sogar mit einem flämischen Akzent tue.

In diesem Sinne blicke ich gespannt auf alles, was vor mir liegt und was das nächste Jahr zu bieten hat. Eines habe ich auf jeden Fall für mich erkannt und das möchte ich euch an dieser Stelle mitgeben: Don’t live the same year 75 times and call it a life. Es gibt zu viel auf dieser Welt zu entdecken…

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